lerne deine Sprache

 

... klingt wie seinerzeit im Deutschunterricht. Und das ist es auch schon. Ich möchte dazu ermuntern, die eigene Musik-Sprache zu lernen. Welche Bedeutung hat unsere Kultur, welche Bedeutung hat unser "Musik-Business" für unsere musikalische Sprache? Was passiert bei den schönsten Konzerten mit den Musikern und was mit den Zuhörern? Und was passiert bei den schlechten Konzerten? Das zu beantworten ist einfach. Musiker, werde dein Zuhörer und Zuhörer, werde dein Musiker.

 

Für mich ist das der Kern des täglichen Spielens - andere sagen auch "Üben" dazu: zuhören - heisst für mich tun und wahrnehmen. Ich spiele meine Musik oder die Musik anderer Komponisten oder spiele das, was mein Orchester, meine Band mir vorlegt und höre zu. Versuche wahrzunehmen, was ich tue, wie ich spiele, wie ich spreche - manches verstehe ich auch.

 

Auf meinem Übepult liegt alles, was mir so begegnet, dazwischen die Stücke, die ich spielen will und noch nicht kann (ein grosses Pult!). In meinem Gedächtnis bewegen sich noch ein paar Fetzen der letzten Jazz CD vermischt mit der Vorbereitung zum nächsten Konzert und den täglichen Jingles. Gut. Klingt nicht besonders aufgeräumt. Ist aber so. Und es geht los. Ich spiele mich erst mal frei. Streiche ein paar lange Noten und nach wenigen Momenten passiert etwas wundervolles - es gibt nur noch Klang. Es entsteht eine angenehme Konzentration und jetzt kann das alles wieder kommen, die Jingles, das nächste Konzert, die letzte Jazz CD und ich spiele damit, heute so, morgen anders.

 

Jeder kann seine Musik-Sprache lernen: zuhören, spielen, zuhören, spielen, zuhören ...